Der Zinseszinseffekt

Der sogenannte Zinseszinseffekt ist einer der wichtigsten finanztechnischen Instrumente, bei dem die Zeit die wichtigste Rolle spielt. Aber was bedeutet der Zinseszinseffekt für den Einzelnen genau? Dieser Effekt ist im Grunde nichts anderes, als dass der Anleger auf die Erträge aus den Zinsen des ersparten Geldes wieder Zinserträge erhält. In der Bankenwelt wird dieser Prozess auch Akkumulation oder auch das Sammeln von Zinserträgen genannt.

Während bei einigen Bankleistungen, wie beim Tagesgeldkonto die Auszahlung der Zinsen jährlich an den Anleger erfolgt, werden bei den Leistungen oder Produkten, die den Zinseszinseffekt nutzen, die Zinsen mit angelegt. Demzufolge fallen die Zinserträge ein Jahr später dann noch höher aus als in dem Jahr davor.

Verdeutlichen kann man das mit einem einfachen Beispiel: Hat ein Anleger im erstem Jahr 10.000,- Euro investiert und vielleicht 10% Zinsen erhalten, dann hat er am Beginn des zweiten Jahres 11.000 Euro,- und bekommt dafür natürlich Zinsen. Am Ende des zweiten Jahres hat er theoretisch schon 12.100,-. Dieser Zinseszinseffekt kann über viele Jahre hinweg betrachtet, zu einem gewaltigen Vermögen führen. Der Anleger muss praktisch nichts dafür tun, er muss einfach nur abwarten und die Erträge ruhen lassen.

Wer den Zinseszinseffektes richtig nutzt, kann sich zum Beispiel in Laufe der Jahre bei einer privaten Altersvorsorge ein schönes Vermögen aufbauen und das ist gerade bei Menschen der jüngeren Generation durch die sehr lange Laufzeit schon mit relativ kleineren Beträgen möglich.

Den Zinseszinseffekt kann praktisch jeder Sparer in verschiedenen Möglichkeiten nutzen, es gibt entsprechende Investmentfonds, Wertpapiere oder auch Versicherungsprodukte und sogar auf einem einfachen Tagesgeldkonto, bei dem monatlich die Zinsen berechnet und gutschreiben werden kann der Zinseszinseffekt genutzt werden.
Alle Sparer, die ein Vermögen durch regelmäßige Einzahlungen von bestimmten Beträgen aufbauen wollen, setzen immer auf den Zeitfaktor, denn der spielt eine entscheidende Rolle. Wichtig aber ist, je früher man mit dem Sparen beginnt, desto besser lässt sich der Zinseszinseffekt ausnutzen.

Besonders Eltern, die ein Tagesgeldkonto haben und vom Zinseszinseffekt profitieren, sollten auch ihre Kinder über diese Art des Sparens informieren, damit diese im Alter vom Zinseszinseffekt profitieren können.
Wer das Prinzip des Zinseszinseffekts verstanden und auch verinnerlicht hat, der wird sich im umgekehrten Fall vor Krediten hüten, denn auch bei Krediten gibt es den Zinseszinseffekt, aber dann zum Vorteil der Bank oder des Gläubigers und zum Nachteil des Kreditnehmers. Wer sich verschuldet hat und seine Raten nicht mehr pünktlich zurückzahlen kann, dessen Schuldenberg wächst nur durch den Zinseszinseffekt.

Deshalb sollte man es zur Regel werden lassen, sich nur dann Geld zu leihen und das über einen möglichst kurzen Zeitraum, wenn man wirklich in der Lage ist, mit dem Einkommen gut die Raten zu tilgen. So kann zum Beispiel ein überflüssiger Kredit, vielleicht ein Kredit um den Urlaub zu finanzieren, zu einer sehr teuren Angelegenheit werden, wenn man den Zinseszinseffekt berücksichtigt.

Der kluge und vorausschauende Sparer oder Anleger nutzt also den Zinseszinseffekt ausschließlich oder beziehungsweise in erster Linie für den Aufbau seines persönlichen Vermögens und überlässt allen, die sich über diese attraktive Form des Sparens keine Gedanken machen wollen, das Leben auf Pump.

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