Bausparen
Für viele Menschen ist ein Bausparvertrag etwas aus einer längst vergangen Zeit, für andere hat er sogar was mit gutbürgerlicher Spießigkeit zu tun. Dabei entschließen sich besonders heute viele Menschen dazu, einen Bausparvertrag abzuschließen und damit für eine Zukunft in den eigenen vier Wänden zu sorgen.
Bausparen ist keine Erfindung der Neuzeit. Spargemeinschaften die dem heutigen Bausparen ähneln, gab es bereits im alten China. Die erste richtige Bausparkasse entstand allerdings im englischen Birmingham im Jahre 1775. Die erste Bausparkasse in Deutschland wurde 1885 in Bielefeld durch Pastor Bodelschwingh ins Leben gerufen.
Zunächst fand die Idee dieser solidarischen Spargemeinschaft aber wenig Anklang. Das änderte sich nach dem Ersten Weltkrieg, als Wohnraum knapp war. Fest etablieren konnten sich die Bausparkassen aber erst während des so genannten Wirtschaftswunders nach der Währungsreform 1948. Seitdem sind Bausparkassen ein fester Bestandteil in der Planung von denen die bauen möchten.
Die Idee des Bausparens ist denkbar einfach: Wenn zum Beispiel zehn Menschen, die kein eigenes Kapital haben, ein Haus bauen oder kaufen wollen und nur ein Zehntel der Erwerbskosten sparen würden, dann könnte sich jeder nach zehn Jahren entweder ein Haus bauen oder kaufen. Zahlt aber jeder der zukünftigen Bauherren den zehnten Teil in einen gemeinsamen Spar Topf ein, dann kann der erste der zehn Sparer bereits nach einem Jahr seine Hauspläne verwirklichen.
Wenn dieser erste Nutzer der Spargemeinschaft wiederrum ein Zehntel in die Gemeinschaftskasse zahlt, dann kann der Zweite im nächsten Jahr bauen oder kaufen. Heute ist Bausparen vielleicht ein bisschen komplizierter, aber das Grundprinzip ist das Gleiche geblieben.
Bausparen bietet eine Reihe von Vorteilen. So unterstützt zum Beispiel der Staat Bausparer mit Wohnungsbauprämien und Arbeitnehmersparzulagen. Zu Beginn eines Bausparvertrages stehen die Zinsen für das Darlehen und für das Guthaben fest. Attraktiv ist besonders der niedrige Darlehnszins, der unabhängig von den Schwankungen auf dem Kapitalmarkt ist.
Die Bausparsumme wird vorher festgelegt und auf das Bausparkonto wird monatlich eingezahlt. Als Alternative ist es aber auch möglich, in unregelmäßigen Abständen einen Betrag oder auch eine bestimmte Sonderzahlung auf das Konto einzuzahlen. Das reizvolle am Bausparen und einem Bausparvertrag sind auch die so genannten vermögenswirksamen Leistungen, die der Arbeitgeber zum Gehalt dazu zahlt. Diese Zusatzleistungen, die bis zu 40,- Euro im Monat sein können, müssen aber fest angelegt werden. Zusätzlich zahlt der Staat bei einer bestimmen Einkommensgrenze eine Sparzulage. Nach einigen Jahren erfolgt dann die Zuteilung, was heißt, der Bausparer bekommt sein selbst angespartes Geld, die Zuschüsse vom Staat und Arbeitgeber plus das von der Bausparkasse verzinste Geld zurück. Da diese Summe aber noch nicht für den Bau oder Kauf eines Hauses ausreicht, können Bausparer noch zusätzlich ein zinsgünstiges Darlehen bekommen.
Bausparen wird besonders bei jungen Leuten immer beliebter. Viele junge Menschen schließen zu Beginn ihrer Ausbildung einen Bausparvertrag ab, um dann in einigen Jahren ein Haus bauen oder kaufen zu können. So können sich vor allem junge Familien relativ schnell den Traum vom eigenen Haus erfüllen. Besonders in der heutigen Zeit, in der Mieten und vor allem die Nebenkosten stetig ansteigen, ist ein Bausparvertrag eine tolle Alternative.
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