Geldmarktkonto

Unter dem Begriff Geldmarktkonto versteht man ein Konto, dessen Verzinsung sich in der Regel am aktuellen Zinssatz orientiert. Ein Geldmarktkonto ist im Grunde nur für kurzfristige Verbindlichkeiten der Geschäftsbanken untereinander gedacht. Viele Banken bieten ihren Kunden das Geldmarktkonto auch unter dem Namen Tagesgeldkonto an. Das Guthaben auf dem Geldmarktkonto ist genauso wie das Geld auf einem Tagesgeldkonto täglich verfügbar und für ein Geldmarktkonto sind ebenfalls keine festen Laufzeiten vorgesehen.

Geldmarktkonten sind aber nicht nur für den normalen Zahlungsverkehr mit Überweisungen, Daueraufträgen, Lastschriften und ähnlichem vorgesehen, sondern dienen in erster Linie als eine Art Zusatzkonto, um das Geld zu günstigen Konditionen regelrecht zu „parken“. Eine Alternative zu einem Geldmarktkonto bilden in vielen Fällen einige Girokonten von Direktbanken, die ebenfalls eine Guthabenverzinsung von teilweise über drei Prozent aufweisen.
Wie bei einem klassischen Tagesgeldkonto auch, wird der jeweilige Zinssatz von Geldmarktkonten flexibel an die aktuelle Marktsituation angepasst. Als Maßstab dient vielen Banken dabei der 3-Monats-Euribor (=Euro Interbank Offered Rate). Vor allem Direktbanken bieten ihren Kunden, die ihre Bankgeschäfte im Internet tätigen aber ein Tagesgeldkonto statt eines Geldmarktkontos an, weil dabei der Zinssatz deutlich höher liegt.

Nach Ansicht von Branchenkennern wird das Geldmarktkonto früher oder später das traditionelle Sparbuch ablösen oder zumindest stark in den Hintergrund drängen. Bei einigen Banken gibt es aber einen Mindestbetrag. Das heißt, die Banken legen einen Richtwert fest, ab welcher Höhe man Geld auf einem Geldmarktkonto anlegen muss. In Hinsicht auf die aktuellen Entwicklung der Zinsen, bei der Anleger auf kurzfristige Anlagen fast immer höhere Zinsen bekommen als auf langfristige Geldanlagen, ist es sinnvoller, sein Kapital auf einem Geldmarktkonto zu haben. Dabei sollte man aber immer das Zinsniveau im Auge behalten und wenn der Zinssatz wieder steigt, ist es ebenfalls sinnvoll den Teil des Geldes, der nicht ständig gebraucht wird, über einen längeren Zeitraum zu attraktiveren Konditionen anzulegen.

Bei einigen Banken wird dem Geldmarktkonto ein anderes Konto zugewiesen, das so genannte Referenzkonto. Ein Austausch von Geld kann dann nur zwischen diesen beiden Konten stattfinden. Diese Regelung hat einen guten Grund: Die Banken wollen damit verhindern, das Kunden ihr Geldmarktkonto als eine Art Girokonto benutzen. Da viele Banken für jede Überweisung einen bestimmten Betrag von ihren Kunden verlangen, macht diese Regelung mit Geldmarkt- und Referenzkonto einen Sinn. Es besteht aber auch die Möglichkeit, bei einem Geldmarktkonto das Referenzkonto zu ändern. Einige Banken lassen diese Möglichkeit ohne Einschränkungen zu, bei anderen Banken ist das nur alle paar Monate erlaubt.

Man kann dieses Konto als eine Art Abwicklungskonto für Onlinegeschäfte wie beispielsweise Onlineauktionen einsetzen, da Geldeingänge von jedem beliebigen deutschen Konto möglich sind. Eine Lastschrift von einem unehrlichen Käufer kann nicht ausgeführt werden, da ja nur eine Überweisung auf das Referenzkonto möglich ist.

Die Banken bieten in der heutigen Zeit hauptsächlich nur noch Tagesgeldkonten an. Der einzige Unterschied ist, dass man bei einem Geldmarktkonto früher eine Mindesteinlage machen musste, um von einem guten Zinssatz profitieren zu können. Die Banken, die noch ein Geldmarktkonto anbieten, verlangen aber mittlerweile auch keine Mindesteinlage mehr und man bekommt die Zinsen schon ab dem ersten Euro.

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