Sparbrief
Innerhalb einer bestimmten Laufzeit garantieren die Kreditinstitute und Banken einen festen und meist auch sehr attraktiven Zinssatz auf den Sparbrief. Jeder Anleger weiß so von Anfang an und ohne Risiko, welche Rendite der Sparbrief einbringen wird. Außerdem können auch kleinere Beträge meist schon ab 500,-Euro angelegt werden und es gibt keine Zusatzkosten.
Aber es gibt bei einem Sparbrief auch Nachteile:
Im Rahmen der fest vereinbarten Laufzeit können die Anleger nicht über ihr Geld verfügen. Es besteht zwar die Möglichkeit, Sparbriefe zu beleihen, also einen Kredit aufzunehmen und diesen als Sicherheit zu hinterlegen, dies aber ist immer mit zusätzlichen Kosten verbunden. Aus diesem Grund sollte man einen Sparbrief als Anlageform für sein Geld immer nur mittel- und längerfristig anlegen und auch nur dann, wenn man tatsächlich auf das Geld verzichten kann.
Es werden drei verschiedene Arten von Sparbriefen angeboten. Sie unterscheiden sich in Art und Weise der Verzinsung: Bei Sparbriefen mit einer jährlichen Verzinsung werden die Zinsen regelmäßig ausgezahlt. Über diesen Ertrag kann der Anleger sofort verfügen, während das angelegte Geld weiterhin auf dem Sparbrief bleibt und erst bei Beendigung der Laufzeit zusammen mit der letzten, noch ausstehenden Zinszahlung ausgezahlt wird.
Bei den beiden anderen Sparbrief-Varianten handelt es sich um so genannte auf gezinste oder ab gezinste Sparbriefe. Bei dieser Möglichkeit werden die Zinsen nur einmal ausgezahlt und das geschieht immer am Ende der Laufzeit. Der Anleger profitiert dabei vom Zinseszins-Effekt, das bedeutet: Die jährlich anfallenden Zinsen werden auch verzinst. Zwar können Anleger auch bei diesem Modell erst am Ende der Laufzeit über das Kapital und sämtliche Erträge daraus verfügen, sie erhalten dafür aber eine wesentlich höhere Rendite als bei einem Sparbrief mit jährlicher Zinsauszahlung. Ein weiterer Vorteil dabei ist, dass die Zinsen die nur einmal ausgezahlt werden, damit auch nur einmal den Sparerfreibetrag belasten. Wer also seinen Freistellungsauftrag ausgeschöpft hat, kann davon profitieren, denn die Zinszahlung wird auf einen späteren Zeitpunkt verlagert.
Bei einem auf gezinsten Sparbrief erhält jeder Anleger am Ende der Laufzeit sein Kapital mit den Zinsen zurück. Die Zinsen werden damit auf den Nennbetrag des Sparbriefes drauf gezahlt. Bei einem ab gezinsten Sparbrief hingegen, wird am Anfang ein Betrag unterhalb des Nennwerts gezahlt und man erhält später den Nennwert des Sparbriefes zurück, die Differenz sind die Zinsen. Die jährliche Verzinsung ist bei beiden Modellen des Sparbriefs gleich.
Der einzige Unterschied besteht daran, das bei auf gezinsten Sparbriefen eine runde Summe eingezahlt wird, zum Beispiel 5.000,- Euro und der Anleger erhält dafür nach fünf Jahren und bei einer Verzinsung von fünf Prozent rund 6.381,41,- Euro ausgezahlt. Beim ab gezinsten Sparbrief verhält es genau umgekehrt: Der Sparer zahlt eine ungerade Summe, vielleicht 3.917,63,- Euro ein und erhält nach fünf Jahren und wieder bei fünf Prozent Zinsen genau 5.000,- Euro zurück. Bei diesem Beispiel wird der Zinseszinseffekt im Vergleich mit dem jährlich ausschüttenden Sparbrief deutlich: Dieser wirft bei fünf Prozent Zinsen jährlich nur 250,- Euro ab. Am Ende der Laufzeit summieren sich nämlich Kapital und Zinsen auf 6.250,- Euro und das sind 131,41,- Euro weniger als bei einem auf gezinsten Sparbrief.
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